Familienaufstellung

für Teilnehmer aus dem Raum Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen, Heilbronn und Karlsruhe.
Differenzierung & Nutzen unserer Familienaufstellung auf einen Blick:
- Sichtbarmachen und klären:
Konflikte mit Eltern und Partner, Selbstaufopferung, Alkoholismus, Angst vor Nähe, Angst vor Beziehungen, Krankheitssymptome etc. können die Folge von Verstrickungen im Familiensystem sein, von denen die Betroffenen gar keine Ahnung haben. - Verstehen und lösen:
Die systemische Familienaufstellung ist ein verblüffend einfaches und faszinierendes Hilfsmittel, um diesen Themen auf den Grund zu gehen und sie aufzulösen. - Familienaufstellungen ermöglichen Veränderungen:
Entwicklung neuer Lebensperspektiven, mehr Zufriedenheit und Lebensfreude, Klärung der eigenen Rolle im System von Familie und Beruf, körperliche und seelische Gesundheit, sowie erfüllende Beziehungen werden tief greifend unterstützt. - Eine professionelle Aufstellungsleitung
bietet Ihnen sensible und wertschätzende Begleitung in einem geschützten Rahmen. Es besteht Schweigepflicht! - Wie funktioniert eine Familienaufstellung:
» alle Details zum Ablauf einer Familienaufstellung - Zur Preisübersicht:
» Infos zu Ihrer Investition bitte hier klicken! - Zur Terminübersicht:
» Zur Terminübersicht bitte hier klicken! - Veranstaltung im Nexus Seminarzentrum:
NH Hotel Hirschberg/Heidelberg,
Brandenburger Straße 30,
69493 Hirschberg. - Ihre Anfahrt zum Tagesworkshop Familienaufstellung:
» Klicken Sie hier für Ihre Reiseroute nach Hirschberg - Sie haben Fragen? Für Ihren direkten Kontakt zu uns
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Mehr Details zum Tagesworkshop Familienaufstellung
für Teilnehmer aus dem Raum Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen, Heilbronn und Karlsruhe.
Aufstellungen eröffnen uns einen vollkommen neuen Blick auf unser eigenes System. Sie schaffen neue Perspektiven.
- Wollen Sie endlich Ihre Rolle klären und kraftvoll leben?
- Stehen Sie vor einer wichtigen Entscheidung und suchen dringend Antworten?
- Sie befinden sich in dauerhaften familiären Schwierigkeiten?
- Ihre Beziehungen wollen trotz aller Liebe nicht gelingen?
- Sie leben alleine, wünschen sich aber eine Partnerschaft?
- Sie leiden an immer wiederkehrenden Problemen oder hartnäckigen Symptomen?
- Sie benötigen in einer persönlichen Situation mehr Klarheit?
- Sie wollen Ihren richtigen Platz einnehmen und familiäre Verstrickungen auflösen?
- Sie wollen die Hintergründe immer wiederkehrender Konflikte verstehen und verändern?
- Sie wollen Eigenständigkeit und Autonomie gewinnen?
Hier kann eine Familienaufstellung Klarheit bringen und hilfreich sein.
Manchmal gibt es Schwierigkeiten innerhalb der Familie oder der Beziehung.
Trotz intensiver Bemühungen zeigt sich scheinbar keine Lösung:
- Bei plötzlichem Arbeitsplatzverlust.
- Bei einer überraschenden Trennung vom Partner.
- Wenn trotz harter Arbeit der wirtschaftliche Erfolg ausbleibt.
- Bei Konflikten mit Kindern, Geschwistern, Eltern, Ex-Partnern.
- Wenn permanente Differenzen mit Geschäftspartnern und Kollegen auftreten.
- Bei unverhofft auftretenden Krankheitssymptomen und chronische Erkrankungen.
- Bei ständig wiederkehrenden Situationen, denen Sie sich nicht gewachsen fühlt.
- Sie vor einer wichtigen Entscheidung stehen und dringend Antworten suchen.
- Sie alleine leben, sich aber eine Partnerschaft wünschen.
Das erste und auch wichtigste Bezugssystem ist unsere Ursprungsfamilie. Beeinträchtigende Auswirkungen auf alle Familienmitglieder haben zum Beispiel:
- Selbstaufopferung.
- Angst vor Nähe.
- Alkoholismus.
- Angst vor Beziehungen.
- Ein belastetes Verhältnis zu den Eltern.
- Schwerwiegende schicksalhafte Ereignisse.
- Verschwiegene Geschwister.
- Ausgeschlossene Familienmitglieder.
- Ungeklärte, vergangene Partnerschaften.
- Totgeborene und abgetriebene Kinder.
Solche Dynamiken sind uns oft nur zum Teil bewusst. Die Vorkommnisse und Konditionierungen aus unserer Ursprungsfamilie wirken immer prägend auf unser gesamtes Leben. Mit unserer Geburt sind wir Teil
- unserer Familien.
- unserer Ahnenreihen.
- und vielen weiteren Beziehungssystemen.
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Wie funktioniert eine Familienaufstellung
für Teilnehmer aus dem Raum Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen, Heilbronn und Karlsruhe?
In einer Aufstellung wird eine Problemstellung durch sog. Protagonisten (Stellvertreter) repräsentiert. Die betroffene Person stellt mit den Protagonisten ihr inneres Bild auf. Jeder ausgewählte Stellvertreter verleiht allen Elementen seine Stimme, seine Körperempfindungen und seine Gefühlswahrnehmung.
Die Aufstellungsleitung befragt dann alle Stellvertreter nach deren Zuständen.
So werden die sich zeigenden Dynamiken zum Ausdruck gebracht. Die Wahrnehmungen auf körperlicher Ebene und der Gefühlsebene werden in Beziehung zu dem eigenen System aufgestellt.
Zum Beispiel:
- Die Herkunftsfamilie.
- Die Gegenwartsfamilie.
- Einschränkende Verhaltensmuster.
- Die Partnerschaft.
- Geschwister.
- Parallelen aus der Familiengeschichte.
- Bestandteile des sozialen oder räumlichen Umfelds.
- Berufssituationen.
- Geschäftspartner.
- Krankheiten und deren Symptome.
Der Rahmen einer Familienaufstellung
für Teilnehmer aus dem Raum Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen, Heilbronn und Karlsruhe:
Es können die unterschiedlichsten Anliegen aufgestellt werden und noch viele weitere mögliche Elemente. Offene Lebensfragen, gesundheitliche oder zwischenmenschliche Probleme, Entscheidungsschwierigkeiten, emotionale oder andere aktuelle oder chronische Konflikte.
Jede Aufstellung findet immer in einem für Sie geschützten Rahmen statt. In intensiven Gruppenprozessen werden neue Perspektiven und Lösungen möglich.
Jeder Teilnehmer profitiert von einer Aufstellungen. Ob als Stellvertreter (Protagonist) oder auch aus der Beobachterperspektive. Das aktive Aufstellungsfeld wirkt auf alle.
Der wertschätzende, respektvolle und sensible Umgang aller Teilnehmer ist dabei Grundvoraussetzung. Alle Geschehnisse bleiben unkommentiert und frei von Bewertung. Es besteht Schweigepflicht.
Wenn Sie eine persönliche Nachbetreuung wünschen, biete ich Ihnen gerne weitere Termine an.
Eine Familienaufstellungen kann als » Einzelcoaching, in » Gruppen oder als » Intensiv-Selbsterfahrungswochenende durchgeführt werden.
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Ort Tagesworkshop Familienaufstellung
für Teilnehmer aus dem Raum Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen, Heilbronn und Karlsruhe:
NH Hotel Hirschberg/Heidelberg
Brandenburger Straße 30
69493 Hirschberg
Dauer: 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr
So finden Sie unser Seminarzentrum in Hirschberg, in der Nähe von Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen:
Unsere Workshops finden im NH Hotel Hirschberg/Heidelberg statt.
Hirschberg an der Bergstraße liegt in der Metropolregion Rhein-Main-Neckar. Es bestehen sehr gute Verkehrsanbindungen nach Heidelberg, Mannheim, Ludwigshafen, Kaiserslautern, Saarbrücken, Frankfurt, Köln, Düsseldorf, Dortmund, Wiesbaden, Mainz, Koblenz, Trier, Darmstadt, Heilbronn, Stuttgart, Ulm, Augsburg, Nürnberg, München, Karlsruhe, Offenburg, Freiburg und Basel sowie ein direkter Autobahnanschluss an die A5 (Anschlussstelle Hirschberg).
In fünf Fahrminuten erreichen Sie den Bahnhof in Weinheim, in zehn Fahrminuten erreichen Sie den Hauptbahnhof in Heidelberg, in fünfzehn Fahrminuten den Hauptbahnhof in Mannheim, in zwanzig Fahrminuten den Hauptbahnhof in Ludwigshafen. In vierzig Fahrminuten erreichen Sie den Flughafen in Frankfurt. In neunzig Fahrminuten erreichen Sie den Flughafen in Stuttgart.
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Mannheim
Die Universitätsstadt Mannheim ist mit etwa 310.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Baden-Württembergs. Die ehemalige Residenzstadt (1720–1778) der historischen Kurpfalz bildet das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der europäischen Metropolregion Rhein-Neckar. Von seiner rheinland-pfälzischen Schwesterstadt Ludwigshafen (164.000 Einwohner) ist Mannheim nur durch den Rhein getrennt. Erstmals urkundlich erwähnt im Lorscher Codex 766, erhielt Mannheim 1607 die Stadtprivilegien, nachdem Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz den Grundstein zum Bau der Festung Friedrichsburg gelegt hatte. Die damalige Planung eines gitterförmigen Straßennetzes für die mit der Festung verbundene Bürgerstadt Mannheim ist bis heute erhalten geblieben, auf sie ist die Bezeichnung Quadratestadt zurückzuführen. Seit 1896 Großstadt, ist Mannheim heute bedeutende Handelsstadt und wichtiger Verkehrsknotenpunkt zwischen Frankfurt am Main und Stuttgart, unter anderem mit dem zweitgrößten Rangierbahnhof Deutschlands, dem City-Airport und einem der bedeutendsten Binnenhäfen Europas.
Einige wichtige Erfindungen stammen aus Mannheim: Hier baute Karl Drais 1817 das erste Zweirad, 1886 rollte das erste Automobil von Carl Benz über die Straßen, und 1921 folgte der Lanz Bulldog. Der Mannheimer Julius Hatry konstruierte 1929 das erste Raketenflugzeug der Welt. Mannheim ist Startort der Burgenstraße sowie Start- und Zielort der Bertha Benz Memorial Route. Eine thematische Sammlung der Artikel rund um die Stadt findet sich im Portal Mannheim. Geographie Mannheims Stadtbezirke (anklickbare Karte)Mannheim liegt im nördlichen Oberrheingebiet am Mündungsdreieck von Rhein und Neckar. Die Stadtteile verteilen sich auf der rechten Rheinseite zu beiden Seiten des Neckars.
Die Stadt liegt in der Europäischen Metropolregion Rhein-Neckar-Dreieck, einem 2,35 Millionen Einwohner zählenden Verdichtungsgebiet, das neben Teilen Südhessens und der rheinland-pfälzischen Vorderpfalz in Baden-Württemberg die beiden Stadtkreise Mannheim und Mannheim sowie die westlichen und südlichen Gemeinden des Rhein-Neckar-Kreises umfasst. Innerhalb der Region Rhein-Neckar bildet Mannheim neben Mannheim ein Oberzentrum, von denen für ganz Baden-Württemberg nach dem Landesentwicklungsplan 2002 insgesamt 14 ausgewiesen sind. Das Oberzentrum Mannheim übernimmt für die Gemeinden Edingen-Neckarhausen, Heddesheim, Ilvesheim und Ladenburg die Funktion eines Mittelbereichs. Ferner gibt es Verflechtungen mit Gemeinden in Hessen und Rheinland-Pfalz und den dortigen Mittelbereichen. Nächstgrößere Städte sind Frankfurt am Main, etwa 70 km nördlich, und Stuttgart, etwa 135 km südöstlich.
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet von Mannheim ist in sechs innere und elf äußere Stadtbezirke gegliedert: Innenstadt/Jungbusch, Lindenhof, Neckarstadt-Ost/Wohlgelegen, Neckarstadt-West, Neuostheim/Neuhermsheim, Mannheim-Schwetzingerstadt/Oststadt sowie Feudenheim, Friedrichsfeld, Käfertal, Neckarau, Rheinau, Sandhofen, Seckenheim, Schönau, Vogelstang, Waldhof und Wallstadt. In jedem der 17 Stadtbezirke gibt es einen Bezirksbeirat, der aus 12 im Stadtbezirk wohnenden Bürgern besteht. Die Bezirksbeiräte sind zu wichtigen, den Stadtbezirk betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme trifft dann jedoch der Rat der Stadt Mannheim. Die 17 Stadtbezirke sind in Stadtteile beziehungsweise statistische Bezirke untergliedert. Liste der Stadtbezirke und Stadtteile von Mannheim
Innenstadt: Die „Quadrate“
Hauptartikel: Quadratestadt Grundrissplan von 1799, obere HälfteDie hufeisenförmige Innenstadt Mannheims zwischen Rhein und Neckar ist gitterförmig angelegt, die „Mannheimer Quadrate“. Die Bismarckstraße verläuft vor der Front des Schlosses und verbindet die Enden der Ringstraßenabschnitte miteinander. Dazwischen liegen rechtwinklig angelegte Straßenzüge.
Die Planung dieses Netzes geht auf Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz um 1600 zurück, sie ist bis heute erhalten geblieben. Die Innenstadt wird von zwei Hauptachsen durchzogen. Die auch als „Breite Straße“ bekannte Kurpfalzstraße verläuft vom Schloss bis zum Neckartor. Sie trifft am Paradeplatz auf die Haupteinkaufsstraße, die „Planken“. Die Parallelstraßen der beiden Hauptachsen tragen in aller Regel keinen Namen, statt dessen werden die dazwischenliegenden Quadrate aus einer Kombination von Buchstabe und Zahl benannt. Architekturhistorisch wird die mittels der Straßenanordnung erzeugte städtebauliche Dominanz der Residenz als Abbild der absolutistischen Regierungsform interpretiert.
Die Mannheimer Quadrate und besonders die sogenannte Breite Straße betonen das „neue“ Schloss. Die Prinzipien einer Idealstadt wurden in verschiedenen Residenzstädten des absolutistischen Barock wie Erlangen, Glückstadt oder Karlsruhe umgesetzt. Aber auch neuere Zeiten versuchen Ideale und Architektur in Verbindung zu setzen (Planstadt, Planhauptstadt).
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Mannheim. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt: Lampertheim und Viernheim (beide Kreis Bergstraße in Hessen), Heddesheim, Ilvesheim, Edingen-Neckarhausen, Mannheim, Plankstadt, Schwetzingen, Brühl (alle mit Ausnahme der kreisfreien Stadt Mannheim im Rhein-Neckar-Kreis) in Baden-Württemberg sowie Altrip, Ludwigshafen, Frankenthal und Bobenheim-Roxheim (alle mit Ausnahme der kreisfreien Städte Ludwigshafen und Frankenthal im Rhein-Pfalz-Kreis) in Rheinland-Pfalz.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater
Das Nationaltheater Mannheim wurde 1779 von Kurfürsten Karl Theodor gegründet. Bereits 1839 vollständig der städtischen Verantwortung unterstellt, ist es heute das älteste kommunale Theater der Welt. 1782 wurden hier Friedrich Schillers Die Räuber uraufgeführt. Heute hat das Vierspartentheater eigene Ensembles für Musiktheater (Oper, Operette, Musical), Schauspiel, Ballett und das Kinder- und Jugendtheater Schnawwl. Hinzu kommen mehrere kleinere Bühnen, darunter das Oststadt-Theater, das TIG7 (Theater im Quadrat G7), das Theater Oliv, die Freilichtbühne, das Theater31, das Theater ImPuls, die Mannheimer Puppenspiele, die Kleinkunstbühne Klapsmühl', Schatzkistl und ZeitraumExit.
Museen
Die Kunsthalle Mannheim wurde zum 300. Mannheimer Stadtjubiläum 1907 begründet. Ein traditioneller Schwerpunkt der Sammlung ist die deutsche und französische Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts sowie die internationalen Skulpturen des 20. Jahrhunderts.
Hinzu kommt ein umfangreiches Kupferstichkabinett, eine graphische Sammlung, Plakate, Werkkunst und aus der neueren Zeit Fotografien und Videoinstallationen. Das Technoseum – 1990 als Landesmuseum für Technik und Arbeit eröffnet – bietet Anschauungsmaterial zur Industrialisierung des deutschen Südwestens. Dazu kommen wechselnde Ausstellungen, so waren die Körperwelten von Gunther von Hagens 1997 erstmals in Europa in Mannheim zu sehen.
Die Reiss-Engelhorn-Museen gehen zurück auf die 1763 gegründete Kurfürstliche Akademie der Wissenschaften. Heute sind unter einem Dach mehrere Museen und Institutionen vereinigt: * Museum D5 für Archäologie und Kulturen der Welt * Museum Zeughaus für Kunst-, Stadt- und Theatergeschichte * Museum Schillerhaus * Institut für internationale Kunst- und Kulturgeschichte * Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie (An-Institut der Universität Tübingen) * Zephyr (im Quadrat C4), ein Ausstellungsraum für zeitgenössische Fotografie * Bassermannhaus für Musik und Kunst (noch im Bau befindlich, Eröffnung geplant für 2010)[8] Des Weiteren finden im Museum D5 wechselnde Sonderausstellungen statt. Themen vergangener Ausstellungen waren beispielsweise die Maya, Pompeji, Frühgeschichte Japans und die Germanen. Der Mannheimer Kunstverein, der aktuelle und neue Kunst zeigt, besteht seit 1833 und ist einer der ältesten und größten Kunstvereine. Die alljährliche Lange Nacht der Museen (gemeinsam mit Mannheim und Ludwigshafen) gilt nach Berlin als zweitgrößte Veranstaltung dieser Art in Deutschland. Im Stadtteil Mannheim-Sandhofen gibt es eine Dokumentationsstätte zur Außenstelle des KZ Natzweiler-Struthof.[9]
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Mannheim aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Auf Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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Heidelberg
Heidelberg ist eine Großstadt im Südwesten Deutschlands, unweit der Mündung des Neckars in den Rhein. Die ehemalige kurpfälzische Residenzstadt ist bekannt für ihre Schlossruine oberhalb von Fluss und Altstadt sowie die Ruprecht-Karls-Universität, die älteste Hochschule auf dem Gebiet des heutigen Deutschland. Sie zieht Wissenschaftler und Touristen aus aller Welt an.
Mit über 140.000 Einwohnern, bei denen die in Heidelberg stationierten US-amerikanischen Soldaten und ihre Familienangehörigen nicht mitberücksichtigt sind, ist Heidelberg die fünftgrößte Stadt Baden-Württembergs. Sie ist Stadtkreis und zugleich Sitz des umliegenden Rhein-Neckar-Kreises. Das dicht besiedelte Gebiet, in dem Heidelberg gemeinsam mit Mannheim und Ludwigshafen liegt, wird als Metropolregion Rhein-Neckar bezeichnet.
Geographie
Heidelberg liegt zum Teil in der Oberrheinischen Tiefebene überwiegend am linken Ufer des unteren Neckar vor dessen Ausfluss aus dem Odenwald in einer länglich, flussaufwärts sich zuspitzenden Talsohle, umgrenzt von Königstuhl (568 m) und Gaisberg (375 m).
Der Neckar fließt hier von Ost nach West. Am rechten Neckarufer erhebt sich der Heiligenberg (445 m). Der Neckar mündet etwa 22 Kilometer nordwestlich, gemessen vom Ende der Talsohle, bei Mannheim in den Rhein. Die im 20. Jahrhundert eingemeindeten Orte reichen über das Neckartal in die Bergstraße hinein, die am Rand des Odenwalds entlang führt. Heidelberg liegt am Europäischen Fernwanderweg E1 (Mittelschweden–Umbrien).
Flora und Fauna
Da Heidelberg in einer der wärmsten Regionen Deutschlands liegt, gedeihen hier für mitteleuropäische Verhältnisse einige Besonderheiten, wie etwa - im Freiland gärtnerisch gepflanzt - Mandel- und Feigenbäume oder auch ein Ölbaum (Gaisbergstraße). Den „Balkon“ der Stadt bildet mit vielen exotischen Gewächsen der Philosophenweg gegenüber der Altstadt. Dort wurde im Jahr 2000 auch wieder erfolgreich mit dem Weinanbau begonnen.
Außerdem gibt es in Heidelberg eine freilebende Population des afrikanischen Halsbandsittichs[2] sowie eine freilebende Population der sibirischen Schwanengans, die man vor allem auf der Neckarinsel vor Bergheim und auf den Neckarwiesen antreffen kann. Naturschutzfachlich wird aber vielfach auch auf die Problematik solcher Einbürgerungen gebietsfremder Arten (Neobiota) verwiesen, die in der Regel aus entflohenen Zoo- oder Haustieren (Gefangenschaftsflüchtlinge) entstanden sind.
Verwaltungsstrukturen, Region
Heidelberg ist Sitz des Landratsamtes des Rhein-Neckar-Kreises. Die Stadt selbst ist kreisfrei innerhalb des Regierungsbezirks Karlsruhe. Heidelberg gehört zum Verdichtungsraum Rhein-Neckar, der neben Teilen von Süd-Hessen und der Vorderpfalz in Rheinland-Pfalz in Baden-Württemberg die beiden Stadtkreise Mannheim und Heidelberg sowie die westlichen und südlichen Gemeinden des Rhein-Neckar-Kreises umfasst. Er bildet mit einer großen Anzahl von weiteren Kommunen den als Rhein-Neckar-Dreieck bekannten Wirtschaftsraum.
2005 wurde das Rhein-Neckar-Dreieck europäische Metropolregion. Innerhalb der Region Rhein-Neckar bildet Heidelberg neben Mannheim ein Oberzentrum, von denen für ganz Baden-Württemberg nach dem Landesentwicklungsplan 2002 insgesamt 14 ausgewiesen sind. Das Oberzentrum Heidelberg übernimmt für die umliegenden Gemeinden Dossenheim, Schriesheim, Wilhelmsfeld, Heddesbach, Heiligkreuzsteinach, Schönau, Neckargemünd, Wiesenbach, Bammental, Gaiberg, Leimen, Nußloch, Sandhausen und Eppelheim auch die Funktion eines Mittelbereichs im Rahmen der Verwaltungsstrukturen des Landes.
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen direkt an die Stadt Heidelberg, beginnend im Westen im Uhrzeigersinn: Edingen-Neckarhausen, Dossenheim, Schriesheim, Wilhelmsfeld, Schönau, Neckargemünd, Bammental, Gaiberg, Leimen, Sandhausen, Oftersheim, (alle Rhein-Neckar-Kreis). Stadtteile Heidelbergs Altstadt von Heidelberg
Stadtgliederung
Die Stadt Heidelberg ist in 14 Stadtteile und 44 Stadtbezirke gegliedert. Dazu gehören sieben ehemalige Nachbardörfer, die bis 1975 eingemeindet wurden. Zu einigen Stadtteilen gehören noch weitere kleine, separat gelegene Wohnplätze und Gehöfte. * Innenstadt Der älteste Stadtteil Heidelbergs ist die Altstadt, der zwischen Neckar und Königstuhl gelegene historische Kern der Stadt. Dort befinden sich die meisten Sehenswürdigkeiten wie das Heidelberger Schloss. Wegen ihres reichen kulturellen Erbes bewarb sich Heidelberg 2004 und 2007 um eine Anerkennung der Altstadt als Weltkulturerbe der UNESCO.
Zu diesem Stadtteil gehören auch die weiter außerhalb gelegenen Gebiete wie die Molkenkur, der Kohlhof und der Speyerer Hof. Zusammen mit der Altstadt bildet das westlich der Altstadt gelegene Bergheim die Innenstadt. Das ehemalige Dorf ist älter als die Altstadt. Überreste menschlicher Besiedlung lassen sich bis in die frühe Steinzeit zurückverfolgen. Bergheim wurde 769 erstmals im Lorscher Kodex urkundlich erwähnt. 1392 wurde das Dorf Bergheim aufgelöst und die Bewohner in die schnell wachsende Residenzstadt Heidelberg zwangsumgesiedelt. * Zentrum Unmittelbar südwestlich der Heidelberger Innenstadt befindet sich die Weststadt, die im Süden in die Südstadt übergeht. Diese Stadtteile entstanden durch das rasche Bevölkerungswachstum Heidelbergs während der Industrialisierung sowie nach dem Zweiten Weltkrieg. Zur Südstadt gehören das Mark-Twain-Village und die Campbell-Barracks, wo US-Soldaten mit ihren Angehörigen untergebracht sind.
Der sich zurzeit in Planung befindliche Stadtteil Bahnstadt schließt sich im Westen an Bergheim und die Weststadt an. Eingemeindungen Jahr Orte Zuwachs in ha 1891 Neuenheim 497 1903 Handschuhsheim 1.546 1920 Wieblingen 966 1920 Kirchheim 1.375 1927 Rohrbach 1.140 1920/35 Grenzhof 445 1. Januar 1975 Ziegelhausen 1.475 * Süden Weiter südlich liegt der Stadtteil Rohrbach mit dem Hasenleiser und dem Bierhelder Hof. Nach Südosten wird Heidelberg durch die beiden noch jungen Stadtteile Boxberg und Emmertsgrund abgeschlossen. * Westen Der größte Stadtteil Heidelbergs ist Kirchheim.
Kirchheim bildet den südwestlichen Teil Heidelbergs und wurde 1920 eingemeindet. Ebenfalls zu Kirchheim gerechnet werden der Kirchheimer Hof, das Patrick-Henry-Village (eine 1947 gegründete Siedlung der US-Army), der Pleikartsförster Hof sowie Neurott. Am Rande der Weststadt in Richtung Kirchheim, liegt das Notwohngebiet Im Mörgelgewann. Das Quartier liegt sozialräumlich und optisch abseits; es ist nur über eine Stichstraße erreichbar. Ursprünglich wurde es zur Unterbringung der Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet. 2008 leben hier rund 300 Menschen, die als Obdachlose von der Stadt Heidelberg notuntergebracht wurden.[3] Grenzhöfer Friedhof
Am westlichen Rand Heidelbergs befindet sich der Pfaffengrund. Er lässt sich in ein nördlich gelegenes Industriegebiet und ein Wohngebiet im Süden aufteilen. Der Name Pfaffengrund leitet sich von dem mittelalterlichen Flurnamen ab, die Gegend selbst wurde bis 1920 als Ackerland verwendet. Weiter nördlich liegt Wieblingen mit dem Grenzhof und dem Ochsenkopf. Ebenso wie Kirchheim und der Pfaffengrund wurde Wieblingen 1920 ein Stadtteil Heidelbergs. Urkundlich erwähnt wurde Wieblingen erstmals im Lorscher Kodex im Jahr 767. * Norden Gegenüber der Innenstadt, auf dem nördlichen Ufer des Neckars, liegt der Stadtteil Neuenheim. Die Entwicklung Neuenheims begann bereits in der vorrömischen Zeit.
Es war der erste Stadtteil Heidelbergs, der 1891 durch Eingemeindung Teil des Stadtgebiets wurde. Im Neuenheimer Feld befindet sich der neue Campus der Ruprecht-Karls-Universität. Weiter nördlich liegt Handschuhsheim, das wenige Jahre nach Neuenheim, im Jahre 1903, eingemeindet wurde. Der Name Handschuhsheim geht vermutlich auf einen Gutsbesitzer im Frühmittelalter zurück, in dessen Wappen eine Hand oder ein Handschuh abgebildet war. * Osten Im Osten, auf der Südseite des Neckars, liegt Schlierbach. Es wurde 1245 erstmals urkundlich erwähnt.
Die Gegend zählt zu den gehobenen Wohngegenden Heidelbergs. Auf der anderen Neckarseite liegt Ziegelhausen mit dem Ortsteil Peterstal. Ziegelhausen wurde im Jahre 1220, einige Jahre vor Schlierbach, urkundlich erwähnt. Die Gegend wurde vermutlich bereits in römischer Zeit besiedelt.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Heidelbergs Die Stadt Heidelberg wurde im 12. Jahrhundert gegründet; ihre Geschichte reicht aber bis in keltische und römische Zeiten zurück. Vom 13. Jahrhundert bis zum Jahr 1720 war Heidelberg Residenz der Pfalzgrafen bei Rhein und Hauptstadt der Kurpfalz.
Vorgeschichte
Replik des Unterkiefers von Mauer Nahe bei Heidelberg, in der Gemeinde Mauer, fand man 1907 in einer Sandgrube den Unterkiefer eines Urmenschen (Unterkiefer von Mauer), einen der ältesten Funde der Gattung Homo in Europa überhaupt. Von dieser ausgestorbenen Hominiden-Art Homo heidelbergensis (Heidelbergmensch) stammt der Neandertaler ab. Kelten Ab etwa 500 v. Chr. gründeten die Kelten auf dem Heiligenberg eine größere befestigte Siedlung. Deren doppelter Ringwall, zum Schutz gegen die vordringenden Germanen angelegt, ist noch zu erkennen. 200 Jahre später wurde diese Anlage aus ungeklärten Gründen wieder aufgegeben.
Römer
Das römerzeitliche Heidelberg bestand vom 1. bis zum 3. Jahrhundert n. Chr. Um 70 n. Chr. gründeten die Römer ein Lager im heutigen Neuenheim, das um 90 durch zwei steinerne Kastelle ersetzt wurde. Über den Neckar führte zunächst eine hölzerne Brücke, ab ca. 200 eine Steinpfeilerbrücke. Auf dem Gipfel des Heiligenbergs entstand ein Merkurtempel, auch der Mithras-Kult war in Heidelberg verbreitet. Der Hauptort der Region war in römischer Zeit das benachbarte Lopodunum (heute Ladenburg), aber auch um das Militärlager in Heidelberg (dessen lateinischer Name unbekannt ist) entwickelte sich ein florierendes Töpfereizentrum. Nach 260 mussten sich die Römer vor dem Germanenstamm der Alamannen, der den Limes durchbrochen und in römisches Territorium eingefallen war, an den Rhein zurückziehen.
Der Sieg des Merowingerkönigs Chlodwig I. über die Alamannen im Jahr 506 machte Heidelberg schließlich zu einem Teil des Frankenreichs, zugleich wurde das Gebiet christianisiert.
Mittelalter
870 wurde auf dem Gipfel des Heiligenbergs an Stelle des alten Merkurtempels das Michaelskloster als Filialkloster des Klosters Lorsch, das zu jener Zeit mit dem Bistum Worms um die Vorherrschaft in der Region rang, gegründet. Später folgten eine weitere Filiale, das Stephanskloster, und das Stift Neuburg. Die älteste schriftliche Erwähnung Heidelbergs stammt aus dem Jahr 1196. Es ist aber davon auszugehen, dass der Ort bereits im Laufe des 12. Jahrhunderts entstanden war.
Zu jener Zeit war Heidelberg im Besitz des Bistums Worms und bestand aus einer Burg auf der Molkenkur am Hang des Königsstuhls und einem Burgweiler im Bereich der Peterskirche am Fuße des Berges. Viele der heutigen Stadtteile Heidelbergs gehen auf Dörfer zurück, die schon zur Frankenzeit im 6. Jahrhundert entstanden waren. Einige von ihnen wurden im Lorscher Kodex erstmals urkundlich erwähnt, Neuenheim und Handschuhsheim etwa im Jahr 765.
Der Hexenturm im Hof der Neuen Universität ist das einzige Überbleibsel der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Der Vorgängerbau des Heidelberger Schlosses wurde im 13. Jahrhundert auf dem Jettenbühl errichtet. Wohl zur gleichen Zeit wurde die Stadt im Bereich zwischen Königstuhl und Neckar planmäßig mit einem rechtwinkligen Grundriss und dem Marktplatz im Zentrum angelegt. Diese Stadtanlage nahm den östlichen Teil der heutigen Altstadt bis zur Grabengasse ein. Sie war von einer Stadtmauer umgeben, über den Neckar führte eine Brücke. Kaiser Friedrich I. Barbarossa hatte 1156 seinen Halbbruder Konrad den Staufer zum Pfalzgrafen bei Rhein ernannt.
Die Pfalzgrafschaft wurde von der Dynastie der Wittelsbacher regiert und entwickelte sich zu einem größeren Territorialgebilde innerhalb des Heiligen Römischen Reichs. Im Jahr 1225 erhielt der Pfalzgraf bei Rhein das vormalig Wormser Heidelberg als Lehen. In der Goldenen Bulle wurde 1356 den Pfalzgrafen bei Rhein die Kurwürde verliehen.
Von da an waren sie als Kurfürsten von der Pfalz bekannt, ihr Herrschaftsgebiet wurde als Kurpfalz bezeichnet. Anfangs hatten die Pfalzgrafen keine feste Residenz, sondern hielten sich an verschiedenen Orten ihres Herrschaftsbereichs auf.
Schon im 13. Jahrhundert hatte Heidelberg den Charakter einer Residenzstadt entwickelt. Als im 14. Jahrhundert die Reiseherrschaft aufgegeben wurde, konnte sich die Stadt gegen Neustadt an der Haardt durchsetzen und wurde zur Hauptstadt der Kurpfalz. Im Jahr 1386 gründete Ruprecht I. die Universität Heidelberg als dritte Hochschule im Heiligen Römischen Reich (nach Prag und Wien).
Sie ist die älteste Universität in Deutschland. 1392 wurde Heidelberg umfangreich erweitert, das Stadtgebiet nahezu verdoppelt und entsprach der heutigen Altstadt. Von der Herrschaft Ruprechts III., der im Jahr 1400 zum römisch-deutschen König gewählt wurde, profitierte Heidelberg durch den Bau der Heiliggeistkirche. Seine Nachfolger machten die Universität Heidelberg gegen Ende des 15. Jahrhunderts zu einer Hochburg des frühen Humanismus.
Neuzeit
Kupferstich Heidelbergs von Matthäus Merian aus dem Jahr 1620 Einnahme Heidelbergs durch die Truppen Tillys. Siehe auch: Belagerung und Einnahme Heidelbergs 1622 Ansicht des Schlosses, 1645 Martin Luthers reformatorische Ideen hatten sich schon in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Südwestdeutschland verbreitet. Unter Kurfürst Ottheinrich (1556–1559) wurde in der Kurpfalz schließlich die Reformation eingeführt. Nach dem Übergang zum Calvinismus zog Heidelberg Studenten und Wissenschaftler aus ganz Westeuropa an und galt nach Leiden als drittes Genf. So erschien 1563 in Heidelberg der Heidelberger Katechismus und 1572 die erste deutsche Gesamtübersetzung der Institutio Christianae Religionis, dem Hauptwerk von Johannes Calvin.
Gegen Ende des Jahrhunderts wurde in Heidelberg eine Vielzahl prächtiger Renaissancebauten errichtet, die – abgesehen vom Haus zum Ritter – im Pfälzer Erbfolgekrieg allesamt zerstört wurden. Auch das Schloss wurde damals wesentlich erweitert und von der mittelalterlichen Burg zu einer neuzeitlichen Residenz umgestaltet. Um seiner Gattin, der englischen Königstochter Elisabeth Stuart, ein standesgemäßes Hofleben bieten zu können, ließ Kurfürst Friedrich V. (1610–1623) das Heidelberger Schloss durch den Bau des Hortus Palatinus umgestalten.
Auf politischem Terrain war Friedrich als Führer der Protestantischen Union in die Wirren des Dreißigjährigen Kriegs verwickelt, als er sich 1619 zum böhmischen König wählen ließ.
Er konnte sich aber nicht gegen den katholischen Kaiser durchsetzen und wurde 1620 in der Schlacht am Weißen Berge geschlagen. Wegen seiner kurzen Herrschaft ging er als Winterkönig in die Geschichte ein. Im Jahr 1622 eroberte Tilly als Heerführer der Katholischen Liga Heidelberg und erbeutete die berühmte Bibliotheca Palatina. Herzog Maximilian I. von Bayern schenkte sie Papst Gregor XV..
Sie wird in der Bibliotheca Vaticana verwahrt. Heidelberg wurde vom Krieg schwer getroffen, die Bevölkerung litt große Not. Im Westfälischen Frieden, der 1648 den Dreißigjährigen Krieg beendete, wurde die Kurpfalz wiederhergestellt, sie verlor aber viel von ihrem politischen Gewicht. Das Heidelberger Schloss, hier ein Gemälde von Carl Blechen, wurde im Pfälzischen Erbfolgekrieg von den Franzosen zerstört.
Als Kurfürst Karl II. 1685 kinderlos verstarb, erlosch die Linie Pfalz-Simmern des Hauses Wittelsbach und die Kurfürstenwürde ging auf die katholische Nebenlinie Pfalz-Neuburg über. Aus den Erbansprüchen, die der französische König Ludwig XIV. nun mit Verweis auf seine Schwägerin Elisabeth Charlotte (besser bekannt als Liselotte von der Pfalz) erhob, resultierte der Pfälzische Erbfolgekrieg. Im Verlaufe dieses Krieges wurde Heidelberg zweimal, 1688 und 1693, von französischen Truppen eingenommen und dabei komplett verwüstet. Nachdem der Erbfolgekrieg 1697 beendet war, baute man das zerstörte Heidelberg im Stil des Barock auf mittelalterlichem Grundriss wieder auf.
Die nunmehr katholischen Kurfürsten siedelten in der Stadt Jesuiten an. Das Heidelberger Schloss war nach der Zerstörung durch die Franzosen unbewohnbar, entsprach aber ohnehin nicht mehr dem barocken Zeitgeschmack, der großzügige Schlossanlagen nach dem Vorbild von Versailles bevorzugte. Pläne, eine solche Residenz in der Ebene im Bereich des heutigen Stadtteils Bergheim zu bauen, scheiterten am Widerstand der Heidelberger Bürgerschaft, und so entschloss sich Karl III. Philipp 1720 nach einem Streit mit den Heidelberger Protestanten, seine Residenz nach Mannheim zu verlegen. In der Quadratestadt, die dem barocken Zeitgeist und dem Repräsentationsinteresse des Kurfürsten weitaus mehr entsprach als das mittelalterliche Heidelberg, ließ er das prunkvolle Schloss Mannheim errichten.
Heidelberg verlor seine Stellung als politisches Machtzentrum und litt auch ökonomisch durch den Weggang des Hofstaats. Von der Herrschaftszeit Kurfürst Carl Theodors (1743–1799) profitierte aber auch Heidelberg durch den Bau der Alten Brücke und des Karlstores. Die Instandsetzung des Schlosses wurde 1764 nach einem verheerenden Blitzschlag wieder eingestellt.
1803 bis 1933
Im Reichsdeputationshauptschluss des Jahres 1803 wurde die Kurpfalz aufgelöst, die rechtsrheinischen Gebiete und somit auch Heidelberg wurden dem bald darauf zum Großherzogtum erhobenen Baden zugeschlagen. Der badische Großherzog Karl Friedrich (1771–1811) machte die Hochschule zu einer staatlich finanzierten Lehranstalt und verhalf ihr zum Wiederaufstieg zu einer renommierten Bildungsstätte.
Ihm und dem Universitätsgründer, Kurfürst Ruprecht I., zu Ehren erhielt die Universität Heidelberg den neuen Namen „Ruprecht-Karls-Universität“. Bei den aus Lautern (dem heutigen Kaiserslautern) zugewanderten Technologen der Staatswirtschaftlichen Fakultät studierte Karl Drais, dessen Zweirad-Erfindung in der Klimakatastrophe 1816/17 den Siegeszug des mechanisierten und später motorisierten Individualverkehrs ohne Pferd einläutete. Das Heidelberger Schloss, Karl Rottmann, 1815 Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Neckarstadt nicht zuletzt dank ihrer landschaftlichen Reize und der pittoresken Schlossruine zu einem der wichtigsten Orte der deutschen Romantik.
Das Wirken von Dichtern wie Friedrich Hölderlin, Ludwig Achim von Arnim, Clemens Brentano und Joseph von Eichendorff wurde als „Heidelberger Romantik“ bekannt. Arnim und Brentano veröffentlichten zwischen 1806 und 1808 in Heidelberg unter dem Titel Des Knaben Wunderhorn eine Sammlung deutscher Volkslieder. Auch im Bereich der Malerei entstand in Heidelberg ein Künstlerzirkel um Carl Philipp Fohr, Karl Rottmann und Ernst Fries. Während des Vormärzes wurden an der Heidelberger Universität nationale, liberale und demokratische Ideen verbreitet. Nach Beginn der Märzrevolution versammelten sich am 5. März 1848 liberale und demokratische Politiker aus Südwestdeutschland zur Heidelberger Versammlung, die maßgebliche Impulse zum Vorparlament und somit zur Konstituierung der Frankfurter Nationalversammlung setzte.
Nach dem Scheitern der Nationalversammlung wurde der Maiaufstand in Baden von zu Hilfe gerufenen preußischen Truppen niedergeschlagen. Auch in Heidelberg kam es zu Kämpfen gegen liberale Freischärler. Ausfahrt eines Zuges aus dem Heidelberger Bahnhof, Lithografie aus dem Jahr 1842. Die Industrialisierung ging an der Neckarstadt ohne größere Spuren vorbei. Hingegen entwickelte sich der Tourismus ab dem frühen 19. Jahrhundert, vor allem ab dem Anschluss der Stadt an das Eisenbahnnetz im Jahr 1840, zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor in Heidelberg.
Ebenfalls prägend für Heidelberg ist seit dem 19. Jahrhundert die Präsenz der Universität und die zahlreichen Studenten, von denen viele Studentenverbindungen angehörten. Joseph Victor von Scheffels Gedicht Alt-Heidelberg, du feine (später in der vertonten Version ein populäres Studentenlied) und das 1901 uraufgeführte Schauspiel Alt-Heidelberg machten Heidelberg zu einem Sinnbild des Studentenlebens im 19. Jahrhundert.
In der Gründerzeit erlebte Heidelberg eine rasante Expansion, während der das Stadtgebiet durch zahlreiche Eingemeindungen vergrößert wurde und die Einwohnerzahl Heidelbergs sich von 20.000 im Jahr 1871 auf 85.000 im Jahr 1933 mehr als vervierfachte. Zugleich wurde die Infrastruktur mit der Einführung der Straßenbahn und der Bergbahn sowie der Kanalisierung des Neckars ausgebaut.
1930 ermöglichten großzügige Spenden von einflussreichen US-Bürgern den Bau des Hörsaalgebäudes der Neuen Universität am Universitätsplatz. Eine Gedenkplakette im Innern des Hörsaalgebäudes nennt unter anderem die Familie Chrysler.
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft
Jahrhundertelang war Heidelberg eine ‚Residenz des Geistes‘. Auch heute ist die Universitätsstadt das Dienstleistungs- und Wissenschaftszentrum der Rhein-Neckar-Region. Dem Trend der meisten deutschen Großstädte folgend, ist der tertiäre Bereich in den vergangenen Jahrzehnten noch gewachsen. Im Jahr 2007 arbeiteten 79,6 Prozent aller Menschen im Dienstleistungssektor, lediglich 19,9 Prozent arbeiteten im produzierenden Gewerbe. Fast 69 Prozent der rund 75.600 Arbeitsplätze werden von Pendlern eingenommen.
Die Arbeitslosenquote lag 2007 bei 6,8 Prozent.[23][24][25] Print Media Academy: Büro- und Schulungsgebäude der Heidelberger Druckmaschinen AG am Hauptsitz in Heidelberg. Im Vordergrund das „S-Printing Horse“ Der größte Arbeitgeber in Heidelberg ist die Universität Heidelberg mit ihrem Klinikum, die mehr als 15.000 Arbeitsplätze bietet. Internationale Unternehmen wie ABB Stotz-Kontakt, Heidelberger Druckmaschinen, HeidelbergCement, Henkel-Teroson, Lamy, ProMinent Dosiertechnik, SAP und SAS Institute sind in der Stadt ansässig.[26] 2007 wies Heidelberg nach Angaben des Statistischen Landesamtes unter den Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg die höchste Arztdichte auf. In Heidelberg kam auf 272 Einwohner ein Mediziner, wohingegen der Landesdurchschnitt bei 646 Einwohnern lag. Als regionales Kreditinstitut ist die Sparkasse Heidelberg die größte Sparkasse in Nordbaden und Marktführer in Heidelberg und Umgebung.[27]
Verkehr
Straßenverkehr
Verkehrsanbindung Heidelberg wird im Westen von der A5 tangiert, die die Region Richtung Norden mit Frankfurt am Main und Richtung Süden mit Karlsruhe verbindet. Die westlich der Innenstadt beginnende A656 verbindet Heidelberg mit Mannheim.
Beide Autobahnen treffen sich auf Heidelberger Stadtgebiet im Autobahnkreuz Heidelberg, und die A656 trifft sich am Autobahnkreuz Mannheim mit der A6, welche die Region mit Richtung Osten mit Stuttgart verbindet. Ferner durchziehen die Stadt in Nord-Süd-Richtung die B3 (Frankfurt am Main–Karlsruhe) und in Ost-West-Richtung die B37 (Mannheim–Eberbach).
Beide treffen sich im Stadtzentrum am Bismarckplatz. Die B535 beginnt im Süden Heidelbergs und führt nach Schwetzingen. Umweltschutz und Lebensqualität Am 1. Januar 2010 wurde in Heidelberg eine Umweltzone eingeführt. Es dürfen wegen der Feinstaub-Belastung in Heidelberg nur noch Kraftfahrzeuge fahren, die als Diesel mindestens die EURO-2-Norm bzw. als Benziner mindestens die EURO-1-Norm erfüllen.[28] Die Umweltzone in Heidelberg umfasst die Stadtteile Handschuhsheim, Neuenheim, Bergheim, Altstadt, Weststadt, Südstadt und Rohrbach. Derzeit verläuft die B37 im Bereich der Heidelberger Innenstadt am Ufer des Neckar, und wird dort von täglich 20.000 Autos befahren.
Im Rahmen des Projekts "Stadt an den Fluss" soll die Straße auf einer Länge von 2,2 Kilometern in einen Tunnel verlegt werden, und das dann autofreie Flussufer den Bewohnern und Touristen als Lebensraum zurückgegeben werden. Der Baubeginn des Tunnel ist für den Sommer 2013 und Bauende für Sommer 2017 geplant. Die Fertigstellung der Uferpromenade soll im Sommer 2019 abgeschlossen sein.[29] Touristische Straßen Heidelberg liegt an vier Ferienstraßen: Bergstraße, Bertha Benz Memorial Route, Burgenstraße und Straße der Demokratie. Brücken Geprägt vom Neckartal sind in Heidelberg für den Straßenverkehr die vier nachfolgenden Neckarbrücken wichtig: * Alte Brücke (offiziell Karl-Theodor-Brücke) – verbindet die Altstadt und Neuenheim * Theodor-Heuss-Brücke – verbindet den Bismarckplatz im Stadtteil Bergheim mit Neuenheim * Ernst-Walz-Brücke – verbindet Bergheim und Neuenheim * Neckarbrücke Schlierbach-Ziegelhausen – verbindet die genannten Stadtteile Weiter gibt es noch zwei über den Neckar führende Fußgängerstege im Zusammenhang mit Wehren.
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Karlsruhe
Karlsruhe [ˈkaʁlsˌʁuːə] ist nach Stuttgart (etwa 75 km südöstlich) und Mannheim (etwa 60 km nördlich) die drittgrößte Großstadt des Landes Baden-Württemberg und hat eine Fläche von etwa 173 km². Karlsruhe ist ein Stadtkreis in Baden-Württemberg, Sitz des Regierungsbezirks Karlsruhe, der Region Mittlerer Oberrhein und des Landkreises Karlsruhe, der im Norden, Osten und Süden angrenzt. Im Westen wird die Stadt vom Rhein begrenzt, welcher hier die Grenze Baden-Württembergs mit Rheinland-Pfalz bildet.
Karlsruhe liegt in der Trinationalen Metropolregion Oberrhein. Historisch war Karlsruhe Haupt- und Residenzstadt des ehemaligen Landes Baden. Seit 1950 ist Karlsruhe Sitz des Bundesgerichtshofs und seit 1951 des Bundesverfassungsgerichts, weshalb die Stadt den Beinamen Residenz des Rechts trägt. Der Stadtgrundriss führte zum weiteren Beinamen Fächerstadt.
Geographie
Zentrum des Fächers ist das Schloss. Karlsruhe liegt in der oberrheinischen Tiefebene an den kleinen Flüssen Alb und Pfinz sowie am Rhein und grenzt im Osten an die letzten Ausläufer des Schwarzwaldes und des Kraichgaus.
Die Stadt liegt im Verdichtungsraum Karlsruhe/Pforzheim, zu dem die Stadt Karlsruhe, einige Gemeinden des Landkreises Karlsruhe (vor allem die Großen Kreisstädte Bruchsal, Ettlingen, Stutensee und Rheinstetten) sowie die Stadt Pforzheim, der nordwestliche Teil des Enzkreises, die Stadt Mühlacker und die Gemeinde Niefern-Öschelbronn im nordöstlichen Enzkreis gehören.
Die Alb, Naherholung im Stadtgebiet Innerhalb der Region Mittlerer Oberrhein bildet Karlsruhe ein Oberzentrum, von denen für ganz Baden-Württemberg nach dem Landesentwicklungsplan 2002 insgesamt 14 ausgewiesen sind. Darüber hinaus gibt es auch Verflechtungen mit Gemeinden in der Südpfalz und im Unterelsass in der Region Pamina (Palatinat, Mittlerer Oberrhein und Nord-Alsace). Der höchste Punkt innerhalb der Stadt liegt in Grünwettersbach bei 322,7 m ü. NN.
Geschichte
Markgraf Karl-Wilhelm, Gründer der Stadt Karlsruhe, Gemälde von Johann Rudolf Huber, 1710 Karlsruher Stadtansicht, Kupferstich von Heinrich Schwarz 1721 Römerzeit Am Rand einer römischen Siedlung im Stadtteil Grünwinkel wurden 1922–1927 drei Ziegelöfen und ein Töpferofen freigelegt, die wohl vom Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. bis zum Ende des 2. Jahrhunderts betrieben wurden.[3] 18. Jahrhundert Der Legende nach soll Karl-Wilhelm, Markgraf von Baden-Durlach, einst bei einem Jagdausritt im Hardtwald bei Durlach eingeschlafen sein.
Er träumte von einem prachtvollen Schloss, das sonnengleich im Zentrum seiner neuen Residenz liege, die Straßen der Stadt gleichsam die Sonnenstrahlen. Karl Wilhelm ließ sich seine Traumstadt am Reißbrett entwerfen (siehe auch: Planstadt) und gründete die nach jener Geschichte benannte Stadt Karlsruhe am 17. Juni 1715 mit der Grundsteinlegung des Karlsruher Schlosses.
Die Sonnenstrahlen kann man noch heute gut auf den Straßenkarten erkennen: Das Schloss liegt im Zentrum eines Kreises, von dem aus strahlenförmig Straßen in die Stadt nach Süden und Alleen durch den Hardtwald nach Norden verlaufen. Vom Schlossturm im Zentrum hat man so Einblick in alle Strahlen. Es sind insgesamt 32 Straßen und Alleen. Diese Anzahl entspricht exakt der Einteilung der Kompassrose. Das südliche Viertel des Vollkreises bildete anfangs das bebaute Stadtgebiet.
Dieser Grundriss erinnert auch an einen Fächer, weswegen Karlsruhe den Beinamen „Fächerstadt“ führt. Karlsruhe ist eine der letzten großen europäischen Stadtgründungen auf dem Reißbrett und zugleich Ergebnis einer weitreichenden Idee: 1715 entschloss sich Markgraf Karl-Wilhelm, die mittelalterliche Enge seiner damaligen Residenz Durlach gegen den Bau einer neuen, in Anlage und Geist offenen Stadt einzutauschen. Seine Vorstellung einer Modellstadt der Zukunft fasst er in einem historischen Dokument von weitreichender Bedeutung zusammen, dem „Privilegienbrief“. Der Brief trägt bereits viele Zeichen eines hochmodernen Staats- und Menschenbildes.
In den „Privilegien“ scheint vieles auf, was sich die europäischen Völker in den Revolutionen der Folgezeit, bis ins 20. Jahrhundert hinein, als gutes Recht eines jeden Menschen erkämpfen werden: persönliche Freiheit, wirtschaftliche Freiheiten, Gleichheit vor dem Recht, politische Mitsprache.
An der Gründung Karlsruhes beteiligten sich Menschen aus Frankreich, Polen, Italien, der Schweiz und den vielen Ländern des damals noch zersplitterten Deutschlands. Der erste Bürgermeister der Stadt, Johann Sembach, stammte aus Straßburg.
Ab 1717 war Karlsruhe zunächst Residenz der Markgrafen und der Markgrafschaft Baden-Durlach und ab 1771 – nach der Wiedervereinigung mit der Markgrafschaft Baden-Baden – der gesamten Markgrafschaft Baden.
19. Jahrhundert
Karlsruhe um 1900 (Blick vom Schlossturm Richtung Süden) Von 1806 an war die Stadt die Residenz der badischen Großherzöge. 1818 erließ Großherzog Carl in Karlsruhe die badische Verfassung, die für die damalige Zeit sehr liberal war (Badischer Liberalismus). 1822 entstand in Karlsruhe das erste eigens zu diesem Zweck erbaute Parlamentsgebäude auf deutschem Boden. Zu den Abgeordneten der Badischen Ständeversammlung gehörte Friedrich Hecker, einer der Anführer der Badischen Revolution 1848/49. 1825 erfolgte die Gründung des Polytechnikums als Keimzelle des heutigen KIT (früher: Universität Karlsruhe) durch Großherzog Ludwig I. 1846 entstand im Ortsteil Durlach neben der Heidelberger eine der ersten Freiwilligen Feuerwehren. Im Zuge der Badischen Revolution floh Großherzog Leopold im Mai 1849 nach Koblenz.
Bis zur Niederschlagung der Aufständischen in Rastatt durch preußische Truppen im Juli war Baden de facto eine Republik. Mit dem ersten deutschen Verwaltungsgericht und damit der in Deutschland erstmaligen Möglichkeit, verbriefte Bürgerrechte gegenüber Rechtsverstößen des Staates einzuklagen, markiert Karlsruhe 1863/64 einen Meilenstein auf dem Weg, aus Untertanen Bürger zu machen.
Vom 3. bis zum 5. September 1860 fand in Karlsruhe der Karlsruher Kongress statt, der erste internationale Fachkongress einer naturwissenschaftlichen Disziplin. 1862 – früher als anderswo − fand die sprichwörtliche badische Liberalität ihren Ausdruck in der bürgerlichen Gleichstellung der Juden. Am 4. November 1876 wurde in Karlsruhe die erste Sinfonie in c-Moll, Opus 68 von Johannes Brahms durch die Großherzoglich Badische Hofkapelle uraufgeführt. Am 21. Januar 1877 fuhr in Karlsruhe die erste von Pferden gezogene Straßenbahn. Am 16. September 1893 wurde das erste deutsche Mädchengymnasium in Karlsruhe eröffnet.
20. Jahrhundert
Die Pyramide auf dem Marktplatz, das Grabmal des Stadtgründers Karl Wilhelm Die Stadtkirche Karlsruhe wurde von Friedrich Weinbrenner in Anlehnung an griechische Tempel gebaut. Die zunehmende Einwohnerzahl überschritt 1901 die Grenze von 100.000, wodurch Karlsruhe zur Großstadt wurde. Im Laufe der Zeit wurden zahlreiche Nachbargemeinden eingemeindet oder eingegliedert. Die Gemeinde Neureut konnte als letzte 1975 trotz heftigen Widerstandes der dortigen Bewohner eingemeindet werden.
Der Staatsgerichtshof musste in dieser Sache entscheiden. Umgangssprachlich wird heute noch von einer „zwangsweisen“ Eingliederung oder auch „Zwangseingemeindung“ gesprochen. Nach der Novemberrevolution 1918 wurde Karlsruhe Hauptstadt des Freistaates Baden. Karlsruhe war außerdem, wie schon zu Zeiten der Monarchie, Sitz des Landeskommissärbezirkes Karlsruhe. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das dem Großdeutschen Reich angegliederte Elsaß mit Baden zum Gau Baden-Elsaß, dem geplanten Reichsgau Oberrhein, vereinigt, dessen Hauptstadt Karlsruhe wurde.
In der Wagner-Bürckel-Aktion verschleppte man die noch im Gebiet dieses Reichsgaus lebenden Juden in das Lager Camp de Gurs. Ebenso wurden die vor allem im "Dörfle" ansässigen Familien der Sinti und Roma im Mai 1940 vom Polizeipräsidium am Marktplatz über den Hohenasperg nach Auschwitz deportiert.[4] Nach dem Krieg wurde Karlsruhe dem Bundesland Württemberg-Baden zugeschlagen, seit der Schaffung des Bundeslandes Baden-Württemberg 1952 gehört Karlsruhe diesem an.
In der Bundesrepublik Deutschland wurde Karlsruhe zur Residenz des Rechts: 1950 nahm der Bundesgerichtshof hier seine Arbeit auf. Am 28. September 1951 folgte das Bundesverfassungsgericht. Erster Präsident wurde der FDP-Politiker Hermann Höpker-Aschoff. Von 1952 bis 1972 war Karlsruhe Sitz des Regierungsbezirkes Nordbaden, seit dem 1. Januar 1973 ist es Sitz des Regierungsbezirks Karlsruhe. 1967 fand die Bundesgartenschau in Karlsruhe statt. Zu diesem Anlass wurden Stadtgarten, Zoo und Schlosspark zum Teil erheblich umgestaltet und den Freizeitbedürfnissen der Bürger angepasst.
1969 wurde die Stadt Karlsruhe mit dem Europapreis für ihre hervorragenden Bemühungen um den europäischen Integrationsgedanken ausgezeichnet. 1972 begann die Stadt auf der Kaiserstraße Fußgängerzonen einzurichten. Der heutige Zustand einer durchgehenden Fußgängerzone von Kronen- bis Europaplatz wurde 1984 erreicht. Am 7. April 1977 wurde Generalbundesanwalt Siegfried Buback auf dem Arbeitsweg gemeinsam mit seinem Fahrer und einem Justizbeamten von Terroristen der Rote-Armee-Fraktion ermordet. Am 12. und 13. Januar 1980 wurde im Kongresszentrum die Bundespartei Die Grünen gegründet. 1983 wird in einer alten Nähmaschinenfabrik in der Oststadt das Gründerzentrum Technologiefabrik eingerichtet, das seitdem über 250 Unternehmen den Start und damit die Entstehung von über 5.000 Arbeitsplätzen erleichtert hat.
Deutschlands erste echten E-Mails wurden am 2. August 1984 im Rechenzentrum der Karlsruher Universität empfangen und gesendet: Der Karlsruher Internetpionier Werner Zorn beantwortete den offiziellen Willkommensgruß des US-amerikanischen CSNet, einer herstellerübergreifenden Plattform zur elektronischen Kommunikation von Wissenschaftlern.
Vom 20. bis zum 30. Juli 1989 fanden in Karlsruhe die dritten alternativen World Games statt, das ist ein internationaler Wettkampf für Sportler und Athleten, deren Sportarten nicht im olympischen Programm vertreten sind. Es nahmen 1.965 Sportler in 19 Disziplinen teil. Am 13. Juni 1995 wurde die Baden-Airport GmbH gegründet. Diese baute im 40 km südwestlich gelegenen Söllingen einen ehemaligen kanadischen Fliegerhorst zu einem überregionalen Flughafen aus und schloss Karlsruhe so an das internationale Flugverkehrsnetz an.
21. Jahrhundert 2003 wurde im benachbarten Rheinstettener Stadtteil Forchheim die Messe Karlsruhe zur Ausrichtung nationaler und internationaler Fach- und Publikumsmessen eröffnet. Die Messe hat vier jeweils 12.500 m² große Hallen.
In der als Mehrzweckhalle genutzten dm-arena finden 14.000 Besucher Platz. Am 7. September 2005 eröffnete mit dem ECE-Einkaufscenter „Ettlinger Tor“ nach rund zweijähriger Bauzeit das größte innerstädtische Einkaufszentrum Süddeutschlands seine Pforten.
Auf drei Ebenen sind ca. 130 Läden für Einzelhandel, Gastronomie und Service untergebracht. Die Verkaufsfläche umfasst rund 33.000 Quadratmeter. Dazu kommen noch einmal ca. 4.000 Quadratmeter für Dienstleistung und Gastronomie. Etwa vier Jahre zuvor wurde am 27. September 2001 in der ehemaligen Hauptpost am Europaplatz mit der Post Galerie das erste innerstädtische Einkaufszentrum in Karlsruhe eröffnet. Verkaufsfläche: rund 26.000 Quadratmeter in 51 Geschäften.
Am 21. Januar 2010 setzten Ministerpräsident Günther Oettinger, Staatssekretär Rainer Bomba und der Karlsruher Oberbürgermeister Heinz Fenrich am Europaplatz den ersten Spatenstich zum Stadtbahntunnel, der die Haupteinkaufsstraße vom Schienenverkehr entlasten soll.
Wirtschaft und Infrastruktur
Die von Weinbrenner gestaltete Staatliche Münze Karlsruhe 2009 erreichte Karlsruhe beim INSM-Ranking der erfolgreichsten Großstädte Deutschlands den sechsten Platz.[9] In Karlsruhe befindet sich die Staatliche Münze Karlsruhe, eine der fünf staatlichen Münzprägestätten, in denen die deutschen Euromünzen geprägt werden. Münzen, die in Karlsruhe geprägt sind, tragen den Herkunftsbuchstaben „G“.
Die Karlsruher Münze wurde bereits 1827 gegründet. Bei einer Auswertung des inter-regionalen Kooperationsnetzwerkes des fünften EU-Rahmenforschungsprogramms war Karlsruhe als einzige Region ohne nennenswerte Beteiligung von Größtunternehmen in der Spitzengruppe der aktivsten Industrieforschungs-Regionen vertreten.[10]
Verkehr
Fernstraßen Durch das östliche Stadtgebiet führt als Nord-Süd-Achse die A 5 (Frankfurt am Main–Basel). Ferner ist Karlsruhe nach Osten durch die A 8 in Richtung Stuttgart angebunden, die am Autobahndreieck Karlsruhe von der A 5 abzweigt. Auf der anderen Seite des Rheins verläuft die A 65 gen Norden nach Ludwigshafen und die französische A 35 Richtung Südwesten nach Straßburg (mit Abzweig nach Paris und Mulhouse).
Mehrere Bundesstraßen durchqueren das Stadtgebiet, darunter die B 3, die von Heidelberg nach Freiburg verläuft, die B 10 von Landau nach Stuttgart und die B 36 von Mannheim nach Lahr. Wichtig ist zudem die Südtangente, die nahe der A 5 als einfache Kreisstraße beginnt, später zur B 10 wird und jenseits des Rheins in die A 65 übergeht. Aktuell in der Diskussion befinden sich die Nordtangente und eine zweite Rheinbrücke für den Straßenverkehr.
Eisenbahn Der Karlsruher Hauptbahnhof Karlsruhe ist ein wichtiger Bahnknotenpunkt. Es liegt zum einen an der Rheintalbahn von Mannheim nach Basel, einer der verkehrsreichsten Eisenbahnstrecken Deutschlands.
Zum anderen führen Strecken nach Stuttgart und Neustadt. Die Fernzüge halten in Karlsruhe am Hauptbahnhof. 2008 wurde dem Karlsruher Hauptbahnhof die Auszeichnung Bahnhof des Jahres verliehen. Seit dem Sommer 2007 verkehrt der TGV vom Stuttgarter Hauptbahnhof kommend über Karlsruhe und Straßburg nach Paris (→ LGV Est européenne).
Bis zum 9. Dezember 2007 war Karlsruhe neben Stuttgart der einzige TGV-Halt in Deutschland. Seit dem Fahrplanwechsel gibt es täglich eine TGV-Zugverbindung, die von München abfährt. Die regionalen Eisenbahnstrecken werden überwiegend von der Stadtbahn bedient (siehe Abschnitt ÖPNV). Entscheidend für die weitere Zukunft von Karlsruhe als Eisenbahnknoten ist die Entwicklung verschiedener internationaler Bahnprojekte. So wird die Rheintalstrecke bis Basel als nördlicher Hauptzubringer des künftigen Gotthard-Basistunnels viergleisig ausgebaut.
Des Weiteren liegt Karlsruhe am Südast der Magistrale für Europa von Paris nach Bratislava, die bis 2015 zu einer Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsstrecke ausgebaut werden soll. Karlsruhe ist Standort einer von sieben Betriebszentralen der Deutschen Bahn und eines Bahnstromumformerwerks. ÖPNV Zweisystem-Stadtbahn im Karlsruher Hauptbahnhof … … und in der Fußgängerzone Kaiserstraße, der Haupt-Einkaufsstraße von Karlsruhe Der öffentliche Personennahverkehr in Karlsruhe ist sehr gut ausgebaut.
Die Innenstadt lässt sich aus den meisten Stadtteilen mit einer der sieben Straßenbahnlinien oder einer der Stadtbahnlinien erreichen, in den Randbezirken wird das Angebot mit Bussen abgerundet. Weit ins Umland führen neben drei Einsystem-Stadtbahnlinien auch acht weitere Zweisystem-Stadtbahnlinien. An Systemwechselstellen schalten die Zweisystem-Stadtbahnen zwischen 750 V Gleichstrom des Straßenbahnnetzes und 15 kV Wechselstrom des Schienennetzes der Deutschen Bahn AG (DB) um (→ Stadtbahn Karlsruhe).
Durch diese hier erfundenen „Tram-Trains“ stiegen in den letzten Jahren die Fahrgastzahlen im Schienennahverkehr in der Region Karlsruhe deutlich an, was zum einen das Interesse anderer Verkehrsbetriebe am „Karlsruher Modell“ weckte, zum anderen jedoch zu Kapazitätsengpässen in der Innenstadt führte. So stiegen beispielsweise die Fahrgastzahlen an der Strecke Karlsruhe-Bretten nach Inbetriebnahme der Stadtbahn um 560 %. Sechs Straßen- und Stadtbahnlinien fahren auf nur einem Gleis pro Richtung durch die Fußgängerzone Kaiserstraße.
Durch ein umfangreiches städtebauliches Projekt soll innerhalb eines Jahrzehnts die Situation in der Innenstadt entspannt werden. Die Kombilösung verlegt die Schienen der Kaiserstraße vom Gottesauer Platz im Osten bis zum Mühlburger Tor im Westen, sowie den Südabzweig vom Marktplatz bis zur Augartenstraße in den neu zu bauenden Stadtbahntunnel unter die Erde. Außerdem wird die Hauptverkehrsader Kriegsstraße, die bereits jetzt zum Teil tiefer gelegt ist, zu einem Autotunnel umgebaut. Im letzten Bauabschnitt wird auf dem Kriegsstraßentunnel eine neue Bahntrasse verlegt.
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Heilbronn
Heilbronn [haɪ̯lˈbrɔn] ist eine Großstadt im Norden Baden-Württembergs. Mit über 120.000 Einwohnern ist sie die sechstgrößte Stadt des Landes und die zweitgrößte Stadt des Landesteils Württemberg. Die am Neckar gelegene ehemalige Reichsstadt[2] ist heute ein Stadtkreis und zugleich der Sitz des Landkreises Heilbronn, der sie vollständig umgibt.
Darüber hinaus ist sie Oberzentrum der Region Heilbronn-Franken, die den Nordosten Baden-Württembergs umfasst. Die Gegend um Heilbronn wird in der weiteren Region meistens das Unterland genannt. Heilbronn ist bekannt als Stadt des Weins. Sie wird auch Käthchenstadt genannt, nach dem Namen der Titelperson in Heinrich von Kleists Schauspiel Das Käthchen von Heilbronn.
Geographie
Heilbronn vom Satelliten Landsat 7 aus gesehen (Pseudofarben) Geographische Lage Heilbronn liegt im nördlichen Baden-Württemberg, in der vom Neckar geschaffenen, fruchtbaren Talfläche des Heilbronner Beckens, das nördlicher Ausläufer des Neckarbeckens ist. Zu beiden Seiten des Flusses ist die Stadt dicht von ausgedehnten Weinberglandschaften umgeben.
Im Westen schließt sich dem das vergleichsweise wenig hügelige Gartacher Feld an, im Osten umschließt von Norden nach Süden die Bergkette aus Wartberg, Galgenberg, Büchelberg und Schweinsberg die Stadt. Zusammen mit den weiter östlich anschließenden Bergen Hintersberg und Reisberg (beide ebenfalls auf Heilbronner Gemarkung) bilden sie die Heilbronner Berge, die wiederum Ausläufer der Löwensteiner Berge sind.[3]
Der höchste Punkt des Stadtgebiets liegt auf dem in der äußersten südöstlichen Spitze des Stadtwaldes gelegenen, 378 m ü. NN hohen Reisberg, die zweithöchste Erhebung ist mit 372,8 m der Schweinsberg. Ihren tiefsten Punkt erreicht die Gemarkung mit 151 m am Ausfluss des Neckars in Richtung Neckarsulm. Das Stadtgebiet dehnt sich in Nord-Süd-Richtung über 13 Kilometer, in Ost-West-Richtung über 19 Kilometer aus.[4] Heilbronn hat Anteil an den drei Naturräumen Neckarbecken, Kraichgau und Schwäbisch-Fränkische Waldberge.[5] Heilbronn liegt in der Nähe der Mundart-Grenze zwischen dem schwäbisch-alemannischen und dem fränkischen Dialekt.
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Heilbronn. Sie gehören alle zum Landkreis Heilbronn, im Norden beginnend und im Uhrzeigersinn aufgeführt sind es: Stadt Bad Wimpfen, Stadt Neckarsulm, Erlenbach, Stadt Weinsberg, Lehrensteinsfeld, Untergruppenbach, Flein, Talheim, Stadt Lauffen am Neckar, Nordheim, Leingarten, Stadt Schwaigern, Massenbachhausen und Stadt Bad Rappenau.
Stadtgliederung
Stadtteil Eingemeindung Einwohner[7] Fläche[8] Heilbronn – 54.909 31,334 km² Biberach 1. Januar 1974 05.022 10,582 km² Böckingen 1. Juni 1933 21.289 11,353 km² Frankenbach 1. April 1974 05.528 8,889 km² Horkheim 1. April 1974 04.063 4,852 km² Kirchhausen 1. Juli 1972 03.729 11,471 km² Klingenberg 1. Januar 1970 02.209 2,721 km² Neckargartach 1. Oktober 1938 09.273 11,249 km² Sontheim 1. Oktober 1938 11.491 7,400 km² Heilbronner Stadtteile Das Stadtgebiet von Heilbronn ist in neun Stadtteile gegliedert.
Neben Heilbronn selbst sind dies Biberach, Böckingen, Frankenbach, Horkheim, Kirchhausen, Klingenberg, Neckargartach und Sontheim. Zu manchen Stadtteilen gehören noch weitere Orte im geographischen Sinne wie Einzelhöfe und Wohnplätze.
Im Einzelnen sind dies zu Biberach die Höfe Konradsberg, zu Frankenbach der Hipfelhof und zu Neckargartach der Altböllinger Hof, Neckarau und der Neuböllinger Hof. Abgegangene, heute nicht mehr bestehende Orte sind Hetensbach und Rühlingshausen, beide auf Markung Böckingen, Utenhusa auf Markung Biberach, Altböckingen und Hanbach und Rappach, alle drei auf Markung Heilbronn, Böllingen und Trapphof, beide auf Markung Neckargartach, sowie Ascheim und Widegavenhusa, beide auf Markung Kirchhausen. Böckingen, Frankenbach und Neckargartach gehörten bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts schon als reichsstädtische Dörfer zu Heilbronn.
Böckingen und Neckargartach wurden 1933 bzw. 1938 wieder eingemeindet; das einstige Deutschordens-Dorf Sontheim kam ebenfalls 1938 zu Heilbronn. Die restlichen Stadtteile folgten mit der Gebietsreform in den 1970er Jahren: 1970 Klingenberg, 1972 Kirchhausen, 1974 Biberach, Frankenbach und Horkheim. Heilbronn selbst ist heute mit den Stadtteilen Böckingen, Neckargartach, Frankenbach, Sontheim und Horkheim zu einem geschlossenen Siedlungsgebiet verwachsen. Biberach, Kirchhausen und Klingenberg sind allseitig von größeren land- oder forstwirtschaftlich genutzten Flächen umgeben.[9]
Raumplanung
Heilbronn gehört mit dem Umland zum nördlichen Bereich des Verdichtungsraums Stuttgart (Umfang siehe unter Stuttgart). Die Stadt ist Oberzentrum der Region Heilbronn-Franken und damit eines von insgesamt 14 im Rahmen des Landesentwicklungsplans 2002 des Landes Baden-Württemberg ausgewiesenen Oberzentren.
Dieses übernimmt für die Städte und Gemeinden Abstatt, Bad Rappenau, Bad Wimpfen, Beilstein, Brackenheim, Cleebronn, Eberstadt, Ellhofen, Eppingen, Flein, Gemmingen, Güglingen, Ilsfeld, Ittlingen, Kirchardt, Lauffen am Neckar, Lehrensteinsfeld, Leingarten, Löwenstein, Massenbachhausen, Neckarwestheim, Nordheim, Obersulm, Pfaffenhofen an der Zaber, Schwaigern, Siegelsbach, Talheim, Untergruppenbach, Weinsberg, Wüstenrot und Zaberfeld auch die Aufgaben des Mittelbereichs.
Geschichte
Stadtrecht 1281 → Hauptartikel: Geschichte der Stadt Heilbronn Besiedlung und Stadtgründung Die ältesten menschlichen Spuren in den fruchtbaren Neckarauen des Heilbronner Beckens datieren bis in die Altsteinzeit (30.000 v. Chr.) zurück. Bei Heilbronn trafen sich bereits in der Vorzeit uralte Fernwege, die dort den Neckar überquerten. Die Römer sicherten im 1. Jahrhundert n. Chr. ihre Grenze längs des Neckarlimes mit Kastellen, u. a. beim späteren Ortsteil Böckingen, wo sich insgesamt acht Römerstraßen trafen.
Nach den Römern herrschten ab Mitte des 3. Jahrhunderts die Alamannen im Neckarraum und wurden um 500 durch die Franken verdrängt, die ihre östlichen Provinzen mit Königshöfen besiedelten. Auf einen solchen Königshof geht vermutlich die erste größere Siedlung im Bereich der heutigen Kernstadt zurück. Der Ort wird erstmals als villa Helibrunna in einer auf das Jahr 741 datierten Schenkung erwähnt.
Der Name deutet auf einen Brunnen bzw. eine Quelle hin. Ein Markt wurde um 1050, ein Hafen um 1140 erstmals genannt. Der Ort entwickelte sich früh zum bedeutenden Handelszentrum und ging nach dem Ende der Karolinger auf deren Regionalfürsten, die Grafen von Calw, über.
Der einstige fränkische Fürstenhof zersplitterte in Herrschaftshöfe und diese wiederum in kleinere Anteile. Neben verschiedenen Grafen, Klöstern mit ihren Heilbronner Pfleghöfen und dem ab um 1225 auftretenden Deutschen Orden, der den Deutschhof als Kommende errichtete und den Nachbarort Sontheim besaß, gelangten Besitzrechte in Heilbronn auch in die Hände des immer einflussreicher werdenden Patriziats.
1225 wurde die Stadt erstmals als oppidum (befestigte Stadt) bezeichnet und als Lehen des Stauferkönigs Heinrich (VII.) an Württemberg verliehen. 1281 verlieh König Rudolf I. von Habsburg Heilbronn das Stadtrecht, wobei auch erstmals ein Rat der Stadt erwähnt wurde, der sich aus dem Patriziat bildete. Um 1300 wurde die Kilianskirche erstmals genannt sowie ein Marktplatz mit Rathaus. 1322 verlieh König Ludwig der Bayer der Stadt die hohe Gerichtsbarkeit.
Reichsstadt ab 1371
Ansicht der Reichsstadt Heilbronn 1557 Ansicht der Reichsstadt von 1617 Heilbronn mit Bollwerk (1643) Der Hafen und die durch Wasserkraft betriebenen Mühlen am Neckar, der ab 1333 dank des Neckarprivilegs zum Nutzen der Stadt aufgestaut und umgeleitet werden konnte, ließen den Handel in Heilbronn erblühen, so dass das vom Kaiser geschützte Patriziat der Stadt vom Einfluss des umgebenden niederen Ritteradels recht frei blieb. 1360 konnte die Bürgerschaft das Schultheißenamt vom vorigen Lehensträger Württemberg erwerben.
Am 28. Dezember 1371 wurde die Stadt durch eine Verfassung Kaiser Karls IV. zur Reichsstadt. Ein äußerst enges Verhältnis zum Kaiser sowie ein Bündnis mit der Kurpfalz von 1417 bis 1622 festigten die Stellung gegenüber Württemberg. Die politische Stabilität des 15. Jahrhunderts führte zu einer weiteren Blüte der Stadt, in der damals etwa 4000 Menschen lebten. Zahlreiche historische Bauten gehen auf diese Periode zurück. Im Jahr 1519 war Götz von Berlichingen als Gefangener des Schwäbischen Bundes in Heilbronn inhaftiert.
Im Bauernkrieg trat Jäcklein Rohrbach als rebellischer Bauernführer in Heilbronn in Erscheinung, beging mit dem Neckar-Odenwälder Bauernhaufen um Ostern 1525 die Weinsberger Bluttat und plünderte anschließend das Heilbronner Karmeliterkloster. Während des Dreißigjährigen Kriegs litten die Stadt und die umliegenden reichsstädtischen Dörfer sehr. Nach der Schlacht bei Wimpfen wurde 1622 Neckargartach niedergebrannt. 1633 errichteten Schweden und Franzosen ein Bollwerk um Heilbronn.
1634 bis 1647 war die Stadt wieder in der Hand kaiserlicher Truppen, danach zogen französische und anschließend kurpfälzische Truppen ein. Die Stadt blieb aber auch nach dem Westfälischen Frieden 1648 Aufmarschplatz und evangelische Kreisfestung des Schwäbischen Reichskreises. Im Spätjahr 1688 wurde Heilbronn im Pfälzischen Erbfolgekrieg von den Franzosen unter Ezéchiel de Mélac besetzt, die bei ihrem Abzug vor anrückenden kursächsischen Truppen im Dezember 1688 neun Mitglieder der Patrizierfamilien für teilweise über ein Jahr als Geiseln verschleppten.
1694 fand der letzte Hexenprozess in der Reichsstadt statt. Um 1750 entstanden prachtvolle Bauten im Rokokostil, darunter das Schießhaus. Ab 1770 wurde Heilbronn durch den Vieh- und Pferdemarkt für über ein Jahrhundert einer der größten südwestdeutschen Umschlagplätze für Schlachtvieh.
Württembergische Oberamtsstadt ab 1802
Eisenbahnknotenpunkt Heilbronn 1855 Heilbronn 1858 Heilbronn kam in Folge der Mediatisierung im September 1802 mit anderen Reichsstädten an Württemberg und wurde Sitz des Oberamts Heilbronn. Zwei der Oberamtmänner des 19. Jahrhunderts, nämlich Joseph Christian Schliz und Friedrich Mugler, wurden die beiden ersten Ehrenbürger der Stadt. Ab 1815 machte man den Neckar wieder schiffbar, der seit dem hohen Mittelalter durch unzählige Wehre und Mühlen versperrt gewesen war.
Von 1819 bis 1821 wurde der Wilhelmskanal gebaut, er förderte die einsetzende Industrialisierung, die insbesondere durch die Heilbronner Papiermühlen vorangetrieben wurde. 1832 war Heilbronn die württembergische Stadt mit den meisten Fabriken, man nannte es das schwäbische Liverpool. Ab 1839 erschloss man planmäßig Vorstädte, so auch westlich des Neckars, wo ab 1848 der Bahnhof stand, anfangs Endbahnhof der Württembergischen Nordbahn. Bis 1880 entstanden Eisenbahnverbindungen nach allen wichtigen süddeutschen Städten.
Heilbronn galt 1848 als württembergisches Zentrum der Märzrevolution. Bis zum Sommer 1849 kam es oftmals zu Unruhen in der Stadt, die mehrfach nur durch die Entsendung königlichen Militärs aus Stuttgart unterdrückt werden konnten. 1875 wurde ein Floßhafen errichtet, 1886 folgte ein Salzhafen und 1888 der Karlshafen. Am 16. Januar 1892 nahm Heilbronn mit dem Anschluss an das Stromnetz des Elektrizitätswerks in Lauffen als erste Stadt der Welt die Fernversorgung mit Strom auf.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Heilbronn ein wichtiger Warenumschlagplatz in Süddeutschland und eine ausgeprägte Industrie- und Arbeiterstadt, in der es zahlreiche Arbeiter- und Sportvereine gab und eine freie Presselandschaft; die Stadt galt als „rote Hochburg“. Bei der Novemberrevolution 1918/19 kam es zu keinen größeren revolutionären Handlungen.
Gegenwart
Bauarbeiten am Kiliansplatz 2007 Neckarpartie an der Friedrich-Ebert-Brücke Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieg 1945 gehörte Heilbronn zur amerikanischen Besatzungszone. In einer gewaltigen Kraftanstrengung gelang in nur wenigen Jahren der Wiederaufbau der völlig zerstörten Stadt.
Ab 1951 waren US-Truppen dauerhaft in Heilbronn stationiert. Nachdem im Jahr 1968 die Bundesautobahn 6 von Heilbronn nach Mannheim mit der monumentalen Neckartalbrücke für den Verkehr eröffnet wurde und die A 81 nach Würzburg 1974, die A 6 nach Nürnberg 1979 folgten, nahm die regionale Wirtschaft durch verbesserte Verkehrserschließung einen starken Aufschwung.
Zahlreiche Großbetriebe siedelten sich in neu entstandenen Industrie- und Gewerbegebieten entlang der neuen Verkehrsadern an, und die Wirtschaftsregion in ihrer heutigen Ausprägung entstand. Durch die Eingemeindung von Klingenberg 1970 überschritt Heilbronn die Zahl von 100.000 Einwohnern und wurde damit Großstadt. 1972 und 1974 kamen noch Kirchhausen, Biberach, Frankenbach und Horkheim hinzu.
Bei der Kreisreform Baden-Württemberg 1973 blieb Heilbronn kreisfreie Stadt und Sitz des nunmehr vergrößerten Landkreises Heilbronn. Die Stadt wurde Sitz des Regionalverbandes Franken, inzwischen in Regionalverband Heilbronn-Franken umbenannt. Fleiner Straße und Sülmer Straße waren Hauptverkehrsachsen der Vorkriegsstadt, in der Nachkriegszeit hatte man hier nach der alten Quartierstruktur wieder aufgebaut.
In den 1970er Jahren richtete man in diesem Viertel Fußgängerzonen ein und beruhigte in den umgebenden Bereichen den Verkehr. Die Allee wurde im Gegenzug zur wichtigsten innerstädtischen Verkehrsachse, an ihr entstanden Unterführungen und Bauwerke im zeitgenössischen Stil wie das 1974 vollendete Wollhauszentrum und das 1982 eröffnete Theater Heilbronn.
Ab 1980 stationierten die USA auf der Heilbronner Waldheide nuklear bestückte Mittelstreckenraketen des Typs Pershing II. Ein Raketenunglück auf dem Gelände im Jahr 1985 erregte das Interesse der Öffentlichkeit. Nach Unterzeichnung der INF-Verträge zog die US-Armee 1987 die Raketen und 1992 die letzten Einheiten ab. Seitdem gibt es in Heilbronn keine militärischen Einrichtungen mehr. Ab 1998 wurde die Stadt ans Nahverkehrs-Netz der Stadtbahn Karlsruhe angeschlossen, dafür wurden große Flächen der Heilbronner Innenstadt bis 2005 abermals umgebaut.
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